MSM 83 – Wochenbericht 1

17.05.-19.05.2019

Am vergangenen Freitag, den 17.05.2019, verließ das Forschungsschiff Maria S. Merian bei angenehmen warmen Temperaturen die Bunker-Pier von Las Palmas, Gran Canaria, um zu seiner Reise MSM83 aufzubrechen. In den nächsten Wochen werden Teams der Universität Bremen (IUP/MARUM) sowie des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Hamburg physikalisch-ozeanographische Untersuchungen der ozeanischen Zirkulation und des Wassermassenaustausches im Nordatlantik durchführen. Desweiteren begleiten und unterstützen uns zwei Kolleginnen der kanadischen Universitäten von Alberta und Quebec sowie ein Kollege der Universität Heidelberg, der auf dieser Reise Wasserproben zur Bestimmung des Argon- Gehaltes im Ozean nehmen wird.

FS Maria S. Merian an der Pier von Las Palmas, Gran Canaria (Foto: D. Kieke)

Die Fragestellungen unserer Reise befassen sich mit der Stärke und Variabilität der großräumigen Ozean-Strömungen im subpolaren Nordatlantik sowie der mitgeführten Wassermassen. In den kommenden Wochen werden wir den Nordatlantik von Osten nach Westen bei ca. 47°/48°N überqueren. Entlang dieser Linie haben wir im letzten Jahr während unserer Reise MSM73 an den Ost- und Westseiten des Atlantiks sowie in den tiefen Becken östlich und westlich des Mittelatlantischen Rückens Messgeräte in Form von Tiefseeverankerungen und bodennahen Sensoren ausgelegt. Mit Hilfe dieser Daten und den schiffsgestützten Messungen wollen wir bestimmen, wieviel warmes und salzreiches Wasser aus den Subropen über 47°N hinweg in den Nordatlantik hineinströmt bzw. wieviel kaltes salzarmes Wasser aus der subarktischen Region nach Süden strömt. Diese Kenntnisse und das Wissen um Schwankungen auf Zeitskalen von Tagen bis Jahrzehnten sind wichtig, um ein verbessertes Verständnis der physikalischen Prozesse zu erhalten, die die Stärke und Schwankung der Zirkulation des Atlantiks und ihrer Komponenten bei 47°/48°N beeinflussen.
In den ersten Tagen der Reise erwartete uns ein ca. 5-tägiger Transit zur irischen Schelfkante bei Goban Spur. Diese Zeit nutzten wir, um alle Messgeräte und Laboranalyse-Geräte für den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten. Einen ersten Eindruck von höherer Dünung und Windstärken um 7 Bf erhielten wir gleich am ersten Tag nach dem Auslaufen. Zum Sonntag hin beruhigte sich die See und machte ein sehr angenehmes Fahren nach Norden möglich. In der kommenden Woche wollen wir die ersten schiffsgestützten Vermessungen der Wassermassen und Strömungen nahe der irischen Schelfkante durchführen sowie die im letzten Jahr ausgelegten östlichen Randstromverankerungen bergen und wieder neu auslegen.
Im Namen aller Fahrtteilnehmerinnen und -teilnehmer viele Grüße von Bord und unseren herzlichen Dank an Kapitän Maaß und die Crew von FS Maria S. Merian für die überaus freundliche Aufnahme hier an Bord,

Dagmar Kieke (Expeditionsleitung)