MSM 83 – Wochenbericht 5

11.06.-15.06.2019

In der letzten Woche der Reise MSM 83 von Maria S. Merian brachten wir unsere Arbeiten zum Abschluss. Nachdem wir am Pfingswochenende die an der östlichen Flämischen Kappe befindlichen Tiefseeverankerungen geborgen hatten, erfolgte ein hochaufgelöster Stationsschnitt über den tiefen westlichen Randstrom hinweg. Dieser lehnt sich sehr eng an die Ostflanke der Flämischen Kappe an, so dass die Stationsabstände zum Teil nur 2 Seemeilen betrugen. Nach dem Erreichen der Kappenspitze setzen wir in die Flämische Passage hinüber. Hierbei handelt es sich um einen flachen Kanal, der westlich der Flämischen Kappe gelegen ist. Während der Großteil des Nordatlantischen Tiefenwassers der Kappe ausweichen und mit dem Randstromsystem um die Kappe herumströmen muss, kann ein flacherer Teil des Tiefenwassers die Abkürzung durch die Flämische Passage nehmen. Mit einer Schwellentiefe von ca. 1200 m ermöglicht sie den südwärtigen Durchstrom von Labradorseewasser. Die aus der Passage geborgene Verankerung soll über diesen Anteil von Labradorseewasser Auskunft geben.

Gesamte Fahrtroute von MSM 83, 17.05.-15.06.2019. (Bild: D. Kieke)

Nachdem das Passagen-Programm beendeten war, fuhren wir wieder über die flache Kappe hinweg in den Randstrombereich auf der Ostseite der Flanke. Nach zwei letzten CTD-Stationen brachten wir am Donnerstagmorgen erneut die Verankerung BM-22 aus und beendeten damit unsere Forschungsarbeiten. Auf dem Weg nach St. John‘s standen dann die Aufräum- und Abbauarbeiten an. Desweiteren müssen die Berichte geschrieben und die Daten gesichert werden. Die eigentliche Arbeit beginnt dann zuhause, wenn es um die Auswertung der gewonnenen Daten geht und die Interpretation der Ergebnisse. Somit geht eine weitere arbeitsintensive und erfolgreiche Forschungsreise zu Ende. Bleibt nur noch zu sagen, dass wir uns bei Kapitän Maaß und seiner gesamten Crew sehr herzlich für die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit in den letzten Wochen bedanken möchten. Im Namen aller Fahrtteilnehmerinnen und -teilnehmer viele Grüße von Bord

Dagmar Kieke (Expeditionsleitung)